Positive Mindset bei Alopecia

13 Gründe, warum es manchmal gar nicht so schlecht ist, keine Haare zu haben

Bevor ich mit meiner Aufzählung beginne, will ich noch anmerken, dass dieser Artikel wohl mit einem kleinen Augenzwinkern gelesen werden sollte. Denn so wurde er auch verfasst. Sich selber einfach nicht ganz so ernst nehmen. Über den gesellschaftlichen Normen stehen und ein wenig über sie lächeln. Ich glaube, dann fällt uns das Leben generell ein bisschen leichter.

Seitdem sich mein kreisrunder Haarausfall (Alopecia Areata) über eine Alopecia Universalis hin zu einer Alopecia Totalis, also am gesamten Körper ausgebreitet hat, muss ich mich immer wieder daran erinnern, dass ich mein Leben nicht von dieser Krankheit steuern lasse. Das es immer noch so viele positive Dinge gibt! Dinge, über die ich mich früher – als ich noch jede Menge Haare hatte – aufgeregt habe und die nun wegfallen. Oft nimmt man selber gar nicht wahr, wenn sich etwas verändert. Ob es, wie in meinem Fall das Thema Haare ist, oder sonstige Aspekte im Leben. Auch dann nicht, wenn etwas Negatives wegfällt. Man nimmt es plötzlich einfach so hin, oder regt sich über andere Themen auf. Irgendwas gibt es ja immer zu meckern. Aber sollte man diese weggefallenen, oft negativen Sachen nicht auch mal betrachten und „feiern“? Egal wie hart es manchmal scheint, Focus on the Good 🙂

Also Let’s Go:

1. Du musst dich nicht mehr rasieren

Das ist wohl auch direkt mein Lieblingsgrund. Wahrscheinlich hat sich jeder von euch schon mal darüber beschwert. Ob es die Männer und ihr Bart sind oder die Frauen und ihre Beine etc. Es ist einfach ein alltägliches und lästiges Thema. Viele lassen sich sogar lasern oder wachsen, um dem zu entgehen. Doch das kostet natürlich dementsprechend. Heutzutage lautet das Schönheitsideal: Am Körper einer Frau sollten so wenig Haare wie möglich sein, doch auf ihrem Kopf bitte eine wundervolle Haarpracht.
Das ist jetzt vielleicht etwas spöttisch formuliert, doch irgendwie ist es doch so, oder? Was tun wir Frauen nicht alles dafür, um diesem Idealbild zu entsprechen. Also kann ich es doch als wunderbar betrachten, dass ich mich diesen „Strapazen“ nicht mehr unterziehen muss. 😉 Das Problem hat sich bei mir von alleine erledigt. Mein Leben funktioniert ohne Rasierer momentan wunderbar und diesen Aspekt vermisse ich auch wirklich kein Stück. Aber trotzdem freue ich mich darauf, wenn ich dieses Utensil irgendwann – und ich weiß ganz sicher, dass es passieren wird (!) – wieder verwenden kann.

2. Deine Frisur sitzt jeden Morgen

Es gibt keinen Bad-Hair-Day mehr! Ist das nicht der Traum aller Frauen? Aufstehen und fertig sein. Welcome to my life! Zumindest was die Frisur angeht 😉 Keine Locke liegt mehr schräg, kein Haar steht mehr ab oder ist widerspenstig. Alles einfach immer clean.

3. Hitze macht dir weniger aus

Wie oft habe ich meine langen, dicken Haare im Sommer als nervig empfunden. Wenn ich durch sie einfach noch viel mehr geschwitzt habe und sie fast immer zu einem Dutt oder Zopf tragen musste, um die Wärme überhaupt auszuhalten. Heute macht mir die Wärme überhaupt nichts mehr aus, denn mein Kopf ist frei von allem was mich stören könnte. Ich kann einfach nur die wärmenden Sonnenstrahlen auf meinen Kopf genießen. Und auch beim Sport kann mich nichts mehr auf meinem Kopf stören!

4. Du musst nicht mehr zum Frisör gehen

Und kannst somit einiges an Zeit und Geld sparen!

5. Der Haarwaschtag spielt keine Rolle mehr

Früher war das Haarewaschen eben etwas aufwendiger. Man musste mehr Zeit einplanen, um sie zu Waschen, um sie danach mit einer Kur zu besprühen, zu kneten, und zu trocknen. Es dauerte zwar nicht ewig, aber war dennoch zeitaufwendiger und an manchen Tagen hatte ich darauf einfach keine Lust. Nun brauche ich mir keine Gedanken mehr darüber machen, ob heute „mit“ oder „ohne Haare“ geduscht wird.

6. Nichts und niemand kann mehr an deinen Haaren ziepen

Das war bei mir sehr oft der Fall! Entweder sie verfingen sich im Verschluss der Kette, klemmten im Schal fest oder sie nervten beim auf der Couch liegen. Man kann sich nun drehen und wenden und keiner kann die Haare einklemmen und somit daran ziepen. Ein sehr erholsamer Fact!

7. Du musst keine verschwundenen Haargummis suchen

Seien wir mal ehrlich, wie oft verschwinden Haargummis? Also bei mir war das ständig der Fall.. Die Suche nach diesen Objekten hat nun ein Ende, denn sie werden nicht mehr gebraucht 🙂

8. Keine Haarpflege-oder Stylingprodukte mehr kaufen

Ein weiterer Kosten-Sparpunkt auf der Liste! Vielleicht sollte ich mal berechnen, wie viel Geld ich bereits durch die Alopecia gespart habe 😉 (nur leider kamen seither andere Kosten auf mich zu, wie z.B. damals die Kortisonbehandlung, die Teilkosten der Perücke und all die weiteren Alternativen die ich so auspoviert hatte)

9. Keinen Föhn mehr nutzen

Gerade auf Reisen super! Spart Energie und Zeit.

10. Es gibt keine lästigen Verknotungen mehr, die du mit dem Kamm lösen musst

Der zweite schmerzlindernde Punkt auf der Liste. Kein Ziepen und keine Strapazen mehr, diese elendigen Knoten zu lösen.

11. Es hängen keine Haare mehr im Gesicht

Das hat mich besonders früher in der Schule immer sehr genervt. An Tagen, an denen ich mal keinen Zopf trug und wir eine Klausur schrieben, hingen mir meine Haare immer im Gesicht und machten mich wahnsinnig.

12. Keine Kopfschmerzen mehr vom „zu-lange-einen-Zopf-tragen“

Diejenigen unter euch, die lange Haare habe kennen es sicherlich: Diese ziehenden, spannenden Kopfschmerzen und auch die schmerzhafte Kopfhaut, wenn man einfach zu lange einen Zopf getragen hat. Das ist nun passé.

13. Es liegen keine Haare mehr herum

Damals war mein Zimmer und vorallem mein Bett voll von langen blonden Locken – die zu der Zeit noch auf eine gesunde Art und Weise ausgefallen sind. Egal wie oft man sauber machte, irgendwo fand sich immer ein Haar. Jetzt ist alles picobello sauber 😉

Fokus auf das Gute

Hab ich euch überzeugt, dass man ohne Haare viel besser dran ist? Nein, Spaß beiseite.. früher waren einige der genannten Punkte oft nervig für mich, doch heute weiß ich sie zu schätzen. Lustig ist aber, je länger ich über die positiven Aspekte nachdenke, umso mehr fallen mir ein! Und das sollte wohl ein weiterer Grund zum Schmunzeln sein und um hoffnungsvoll zu bleiben.

Ich denke einfach, dass es uns allen und besonders denen unter uns, mit einer oder vielleicht sogar mehreren Krankheiten, gut tut den Fokus auf die positiven Dinge zu legen. Ein starkes positives Mindset aufzubauen. Und nur, weil ich vielleicht theoretisch weiß, was man dafür tun muss und welche Gedankengänge und Affirmationen die dafür richtigen sind, heißt es nicht, dass ich auch immer so handeln und denken kann. Es bedarf sehr viel Selbstfürsorge, manchmal auch etwas Selbstdisziplin (um sich nicht so leicht in ein Loch ziehen zu lassen – aber manchmal geht es nicht anders, ich weiß), viel Übung in Dankbarkeit und Selbstliebe. Manchmal muss man sich auch erst die große Freude am Leben zurück erkämpfen, denn oft scheint es einfach zu viel zu sein. Zu viel was auf einen einprasselt. Genau in diesen Momenten ist es so unglaublich wichtig, sich auf sich selbst zu besinnen und sich ehrlich zu fragen, was einem selbst jetzt gut tut. Und ganz wichtig: Das dann auch machen! Nicht weiter aufschieben, sich anderem widmen oder zuerst anderen zu helfen. Es ist vollkommen okay, wenn wir uns selbst an allererste Stelle setzen. Denn da sollten wir sein. Es bringt niemandem etwas, wenn wir uns selbst stetig vernachlässigen und irgendwann nur noch der Schatten unserer Selbst sind.

Das Allerwichtigste ist, dass wir uns den Spaß am Leben und die gute Energie nicht nehmen lassen! Egal was ist und egal was noch kommen mag. Wir sind nicht alleine und wir schaffen das. Peace out ✌🏼

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