Ernährung darf nicht zum Stressfaktor werden

Wenn du gerade am Anfang einer Ernährungsumstellung oder einem neuen Bewusstsein für Ernährung und ihren Einfluss auf deine Gesundheit stehst, kann dir der folgende Artikel hoffentlich ein wenig mehr helfen, die ganze Sache stressfreier anzugehen, als ich es damals geschafft habe.

Als ich auf die Bücher von Anthony William gestoßen bin, traf ich endlich auf Erklärungen von all meinen Krankheiten, die mich seit klein auf immer mehr begleitet und belastet hatten. Niemand konnte mir davor sinnvoll erläutern, wieso es mich getroffen hat und wieso die Dinge so gekommen sind, wie sie nun mal eingetroffen sind. Dabei rannte ich doch von Arzt zu Arzt und wollte einfach nur Hilfe bekommen..

Demnach stellte ich meine Ernährung relativ schnell sehr strikt um, um meinem verlorenen Wohlbefinden schnell näher zu kommen. In dieser Zeit sah ich die „Vorschriften“ bezüglich meines Essverhaltens als einzigen Weg dorthin und demnach setzte ich mich selbst unter Druck, diese auch zu befolgen. Das dies allerdings auch mit Stress verbunden war, versuchte ich zu ignorieren. Der Hauptaugenmerk lag auf meiner Ernährung. Versteh mich nicht falsch, ich verfolge auch heute noch diese Ansätze, allerdings in einer anderen Version, beziehungsweise bewusster, was meine körperlichen Befindlichkeiten angeht. Für mich ist klar, dass ich mir die besten und für mich sinnvollsten Informationen herauspicke und meine eigene Ernährung daraus kreiere, ohne, dass mir eine bestimmte Person sagt, was Richtig oder Falsch ist. Denn das kann für jeden Menschen anders aussehen, auch wenn der Großteil der Lebensmittel die gleichen Wirkungen auf uns Menschen hat, ist jeder von uns individuell und so sollte auch unsere Ernährung aussehen.

Ich fand meine helfende Hand also unteranderem in der Ernährung von Anthony William, dessen Ansätze zum Teil bereits auch in anderen wissenschaftlichen Studien und Erkenntnissen stattfinden oder die Medizin und Wissenschaft inzwischen auf seine Erkenntnisse (wie zum Beispiel, dass der Eppstein-Barr-Virus ein Auslöser für Multiple Sklerose ist) gestoßen ist.

Anfangs war alles bezüglich dieser Informationen noch sehr neu, weshalb mich ein Supermarktbesuch häufig überforderte, da ich in so vielen Lebensmitteln Zutaten fand, die einfach nicht gut für mich und meinen Körper waren und sind. Ich wollte von Jetzt auf Gleich alles umsetzen und überlastete mich damit selbst enorm. Ich wusste irgendwann nicht mehr was ich zu mir nehmen sollte, dabei gab es doch eigentlich eine so große Auswahl (derer ich mir aber noch nicht bewusst war). Mit der Zeit mied ich immer mehr verarbeitete Produkte, da mir klar wurde, dass eigentlich alle von ihnen Dinge beinhalten, die ich aktuell nicht in meinem Körper haben möchte. Damit fahre ich auch heute noch am besten.

Ebenso ermüdeten mich Besuche in Restaurants in der Anfangszeit sehr. Das stetige Recherchieren von möglichen Optionen, in denen ich gesunde Mahlzeiten fand, waren einfach nervtötend. Ich sah nur noch problematische Auswahlmöglichkeiten und geriet in Panik, wenn es darum ging, relativ schnell etwas zu Essen zu finden. Du kennst das Gefühl wahrscheinlich auch: Wenn du Hunger hast, sollte so schnell wie möglich was in deinen Magen wandern, sonst sinkt die Laune.. 🙂

Heute weiß ich, dass eine gesunde Ernährung eben eine gewisse Planung erfordert – sie sollte dir allerdings nicht die Freude am Essen nehmen! Mir ist inzwischen klar, welche Restaurants eine optimale Anlaufstation für mich sind und welche sicheren Optionen ich eigentlich immer für mich wählen kann. Diese Tatsache beruhigt mich in jedem Fall und lässt mich nicht mehr in diese Panik geraten, die ich früher empfunden habe.

Adrenalin ist genauso ungesund wie manche unruhestiftenden Lebensmittel

Je mehr man sich mit Gesundheit und den störenden Faktoren beschäftigt, desto mehr kann man von dem Fakt, dass überall ungesunde Dinge vorherrschen, übermannt werden. Nicht selten kann das ebenfalls in Panik und Ängsten münden, dass man in seinem Alltag von so viel Schädlichem umgeben ist. Das ist jedoch leider unsere heutige Gesellschaft und Art zu Leben. Bevor man jedoch in Ängste oder eine Orthorexie (eine Essstörung, in der man sich krankhaft gesund ernähren will und das die Gedanken permanent kontrolliert) abrutscht, sollte man sich vielmehr vor Augen führen, was wir dennoch für tolle Tools an der Hand haben, um gesund zu werden/bleiben/sein!

Außerdem wurde mir eines ganz besonders klar: Wenn man dauerhaft denkt „oh das Nahrungsmittel darf ich nicht“, „das kann mich noch kranker machen“, „das wird meinen Weg zum Wohlbefinden erschweren“, so befindet man sich häufig oder vielleicht sogar andauernd in einer Stresssituation. Stress wiederum bedeutet nichts anderes als Adrenalin in deinem Organismus. Adrenalin wiederum ist ein enormer Faktor, der dich krank macht. Also bringt die ganze Rumstresserei bezüglich der „perfekten Ernährung“ überhaupt nichts, wenn du dadurch ständig in Stress gerätst und du mit Adrenalin geflutet wirst. Anthony William bezeichnet Adrenalin ebenfalls wie Gluten, Eier, Milchprodukte und ähnliches als Unruhestifter. Wird die vermeintlich gesunde Ernährung also zu solch einem enormen Stressfaktor, ernährt man sich rund um die Uhr mit einem sogenannten „Unruhestifter“ – da hätte man auch gleich zu einem der aufgelisteten Lebensmittel greifen können, dass man ansonsten eher meiden würde.

Jeder muss seinen Weg finden

Sicherlich kann ein nicht chronisch kranker Mensch eher Ausnahmen in seiner Ernährung machen, als eine stark belastete, kranke Person. Zweitere bemerkt diese wesentlich schneller als weitere Schmerzen oder Befindlichkeiten seines Körpers. Dennoch möchte ich klar machen, dass Stress eben genauso schlimm und befeuernd auf eine Krankheit wirken kann! Wenn du also gerade am Anfang einer Ernährungs- beziehungsweise Lebensumstellung stehst, möchte ich dir ans Herz legen, nicht ganz so hart mit dir ins Gericht zu gehen. Niemand is(s)t von Anfang an perfekt – wenn es überhaut jemand tut? Versuche dich nicht mit anderen zu vergleichen und vor allem, überfordere dich nicht selbst! Es ist vollkommen okay, wenn du etwas zu dir nimmst, dass als „ungesund“ oder „ungut“ deklariert ist. Vermutlich hast du es dein Leben lang gegessen, ohne groß darüber nachzudenken. Klar, du bist nun evtl. an einem Punkt, an dem dein Körper Signale sendet und Symptome zeigt und das hat auch seine Gründe – allerdings wirst du nicht sofort daran sterben, wenn du dich nicht 100 % perfekt ernährst. In solch einem Fall, genieße das Lebensmittel bewusst. Mache dir einfach klar, dass deine Ernährung nicht zum größten Teil aus diesen Produkten bestehen sollte, wenn du möchtest, dass es dir irgendwann wieder besser gehen soll.

Integriere Schritt für Schritt mehr gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse und minimiere Produkte wie zum Beispiel verarbeitete Lebensmittel, Gluten und Milchprodukte auf ein Minimum. Versuche dich dabei so wenig wie möglich selbst in Stresssituationen zu befördern, um dem negativen Effekt des Adrenalins zu entkommen. 🙂

Die beste Hilfe, um nicht in solch einen Adrenalinstrudel zu geraten, ist die Vorbereitung deiner Mahlzeiten. Überlege dir, welche Lebensmittel gut für dich sind und welche Gerichte du daraus zubereiten möchtest. Du weißt, dass du jeden Tag – morgens, mittags, abends – essen musst und dein Körper dir dies mit Hungersignalen zeigen wird. Lass den morgigen Tag also nicht ungeplant auf dich zukommen und überlege dir a) was du zu dir nehmen möchtest und was dir schmeckt b) was einfach in deinen Alltag integrierbar ist c) was eventuell gerade Saison hat? d) was dein Kühlschrank noch so alles her gibt 🙂 Versuche das Zubereiten bzw. die Vorbereitung dessen nicht als große Last zu sehen, sondern vielmehr als Unterstützung in deinem Alltag. Du kannst dir so wirklich viel Zeit sparen und gerätst, wenn du Hunger bekommst, nicht in Stress.

Gib dir Zeit, deine neuen Essgewohnheiten zu implementieren und mach dich nicht fertig! Bei mir hat das auch nicht von Heute auf Morgen geklappt 😉 Keep going!