Ernährung bei MS – Worauf sollte wirklich Wert gelegt werden? Teil 2

Glutenfrei & „frei leben“? Geht das?

Der Verzicht auf Weizen und Kuhmilchprodukte hat sich innerhalb des letzten Jahres wirklich gut in mein Leben integriert und ich habe gelernt, damit zu leben. Am Anfang war ich wirklich unsicher, ob ich das alles so schaffe. Aber seit dem Tag, an dem mir die Fakten, die ich in folgendem Blog-Artikel beschreiben möchte, klar wurden, fällt es mir wirklich nicht schwer. Besonders, weil ich die positiven Effekte bereits nach kurzer Zeit spüren konnte.

Natürlich bekomme ich das ein oder andere Mal furchtbar Heißhunger auf Pizza und würde dann gerne in die nächste Pizzeria gehen und mir diese bestellen .. oder Pasta.. oder Risotto.. All das ist leider nicht mehr drin – außer natürlich bei den Läden, die glutenfreie oder vegane Alternativen anbieten.

Doch nun bin ich auf den extrem spannenden Podcast “Dr. Anne Fleck – Gesundheit und Ernährung mit BRIGITTE LEBEN!” gestoßen. In der Folge “Multiple Sklerose – Krankheit mit 1000 Gesichtern” wird darauf eingegangen, dass diese Diagnose heutzutage immer häufiger gestellt wird und das dies unter anderem auch mit unserer Lebensweise und Ernährung zusammen hängt

Podcast mit Dr. Anne Fleck

Auch sie spricht die Zusammenhänge des Darms mit den Autoimmunkrankheiten an und geht besonders auf Glute (also den Klebereiweiß n und Milchprodukte ein. 
Sie stellt bei all ihren autoimmunkranken Patienten anfangs die Frage “Warum?”. “Warum ist diese Krankheit über diese Person hereingebrochen? Was will der Körper eigentlich mit dieser Krankheit überwinden?” Dabei spricht sie beispielsweise über unerkannte Nahrungsmittelunverträglichkeiten und demnach Patienten mit einer enorm schlechten Darmflora.

Wo wir wieder beim anfänglichen Thema das Leaky Guts, also dem eigentlichen Ursprung von entstehenden Autoimmunkrankheiten wären. Und das eben bereits eine Darmsanierung die Krankheit zum stoppen bringen kann. Dr. Fleck bezieht sich also auch, wie Marc Scheibenstock auf eine ganzheitliche Heilung, die vor allem im Darm beginnt

Gluten und Milcheiweiß sind für die Darmschleimhaut kontraproduktiv

Sie können sie regelrecht angreifen und beschädigen, was dann zu dem bekannten Leaky Gut führt. Da die Darmschleimhaut unser Schutzwall ist, sollten wir sie unbedingt davor beschützen! (Minute 8:24)

Nachdem ich die Folge zu Ende gehört hatte, kam ich zu dem Entschluss, dass ich ab sofort nicht nur auf Weizen verzichten möchte, sondern so gut es geht Gluten komplett aus meiner Nahrung streichen will. Das wollen spielt hier eine enorm große Rolle. Denn wenn man sich jeden Tag zu etwas zwingen muss und eigentlich nicht wirklich davon überzeugt ist, wird man es auch nicht lange durchhalten (können). 

Doch ich bin davon überzeugt, dass meine Ernährung einen enorm großen Teil zu meiner Heilung beitragen wird. 

Ich habe mir bei meinem Entschluss aber zudem den Freiraum gegeben, dass ich nicht zu streng mit mir sein darf – dazu neige ich generell sehr gerne – und mir in manchen manchen „Notfall“ Momenten, in denen es einfach nichts anderes gibt, auch mal glutenhaltige Lebensmittel gönnen darf. Hier lege ich aber Wert darauf, dass es kein Weizen sondern Dinkel oder Roggen ist. Das wird mich nämlich nicht gleich umbringen oder den Leaky Gut zurück bringen. Ich sollte diese „Cheat-Moments“ nur einfach nicht zum Alltag werden lassen.
Auch Marc hat mit seinen Patienten die Erfahrung gemacht, dass der Genuss von Dinkel bislang noch kein Problem dargestellt hat.

Und genau das gefällt mir auch so sehr an DocFleck: Sie steht leidenschaftlich hinter ihrer Arbeit und erklärt leicht verständlich und ohne den Zeigefinger zu heben. Wie sie auch immer wieder in den Podcast-Folgen erwähnt, wird es einen Menschen, der nicht gerade an Zöliakie leidet, nicht sofort wieder furchtbar krank machen, wenn er sich das ein oder andere Mal – in Ausnahmesituationen, die sich in Grenzen halten – etwas Gluten oder auch ein Stück Ziegenkäse o.ä. genehmigt. 

Man sollte den Spaß am Essen und vor allem am Leben nicht durch solch Einschränkungen verlieren. 

Denn sind wir doch mal ehrlich: Die Symptome der MS oder die Nebenwirkungen der Medikamente schränken uns in dem Sinne doch viel mehr ein, oder? 

Endlich Klarheit was gut für mich ist

Ich bin einfach froh, dass ich nun weiß worauf ich wirklich achten sollte und nicht mehr herumprobieren muss, was gut für mich ist und was nicht. Früher war ich total planlos und wusste nicht wirklich woran ich mich halten sollte. Eine Zeit lang vermutete man eine Histamin-Unverträglichkeit, dann wurden Laktoseintoleranz- und Glutenunverträglichkeits-Tests mit mir gemacht. Die alle ohne auffälliges Ergebnis blieben. Letzteres zielte auf eine Zöliakie ab, um die es bei meinem Verzicht ja nicht geht, sondern um die, (wie oben erklärt) entzündungsfördernde Wirkung des Glutens.

Natürlich stellt es sich ab und an als Herausforderung heraus, beispielsweise unterwegs – vor allem in fremden Ländern. Veganer Käse – what are you talkin ‘bout?

Aber aktuell kann ich wirklich sagen, dass die Ernährungsumstellung so positiven Einfluss auf mein Wohlbefinden hat, dass ich einen Verzicht in Kauf nehme. Außerdem bin ich optimistisch, dass es in Zukunft immer leichter wird darauf zu verzichten ohne darunter zu “leiden”. Auch wenn man unterwegs ist und erst recht keine Zeit hat, sich um die Herstellung oder Vorbereitung seines Essens zu kümmern.

Rezepttipp

Als super Brot-Tipp kann ich „Das Pure“ sehr empfehlen! Es enthält weder Mehl noch Hefe und besteht lediglich aus Kernen und Saaten. Es ist außerdem mit 12 Gramm Eiweiß ein Top Protein-Lieferant. 🙂

Man kann es auch ganz einfach selbst backen. Was man dafür braucht:

  • 50 g Mandeln
  • 50 g Haselnüsse
  • 120 g Haferflocken
  • 90 g Leinsamen
  • 20 g gemahlene Flohsamenschalen (= Flohsamenschalenmehl)
  • 35 g Chia Samen
  • 150 g Sonnenblumenkerne
  • 1 TL Salz
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 EL Agavendicksaft
  • 400 ml Wasser

Man kann die Mandeln und Nüsse halbieren oder sie als ganzes verwenden. Die Erfahrung zeigt, dass das Brot beim halbieren besser zusammen hält.

  1. Die Mandeln, Haselnüsse, Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Leinsamen, gemahlenen Flohsamenschalen, Chia Samen und 1 TL Salz in einer Schüssel mischen.
  2. Die Kastenbackform mit Backpapier auslegen.
  3. Die trockenen Zutaten gut mischen und anschließend die flüssigen Zutaten Olivenöl, Agavendicksaft und Wasser hinzugeben.
  4. Den Teig gut umrühren und in die Kastenbackform füllen, fest in die Form drücken und glatt streichen. Mit einem Tuch bedecken und mindestens 2 Stunden bei Zimmertemperatur ruhen lassen.
    Du kannst den Teig auch über Nacht ruhen lassen und das Brot am nächsten Morgen backen.
  5. Backofen auf 180 °C (Umluft) vorheizen. Anschließend das Brot im vorgeheizten Ofen 30 Minuten in der Backform backen.
  6. Nach den 30 Minuten das Brot aus der Backform auf das Backblech stürzen. (Dabei wird das Brot umgedreht). Und ohne Backform nochmals 45 Minuten weiter backen. Nach dem Backen das Brot vollständig auskühlen lassen vor dem Anschneiden.

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