Die wunderschöne Halbinsel Quiberon

Unsere Reise führt uns weiter Richtung Süden auf die wunderschöne Halbinsel „Quiberon“. Die wilde Küste ist wirklich malerisch. Im Westen, wo wir uns befanden, ist sie geschmückt mit großen Felsen, die an vielen Stellen in feinen Sandstränden münden.

Bereits die Zufahrt am Abend war malerisch:

Stellplatz

Im Vorfeld hatten wir uns bereits, mit unserer aktuellen Lieblingsapp „Park4night“ einen Stellplatz herausgesucht, den wir dann direkt anfuhren. Der blaue Punkt auf der unten aufgeführten Karte zeigt unseren Parkplatz. Auf diesem standen wir drei Tage komplett kostenfrei. Viele der kostenlosen Stellplätze (auf dieser Halbinsel und generell im ganzen Land) für Wohnmobile haben eine Höhenbegrenzung von 1,90 oder 2,10 Meter. Dieser ist einer der wenigen Parkplätze ohne solch eine Begrenzung und für uns daher optimal, da wir an die 2,5 Meter hoch sind. Hier gab es lediglich eine Begrenzung in der Länge: Man durfte nicht länger als 6 Meter sein, da man sonst die Straße blockiert.
Die Möglichkeit dort über Nacht zu parken war problemlos möglich und wird von einigen Campern wahrgenommen.

Der Stellplatz war einfach wunderschön gelegen, direkt neben einem Wanderweg, der sich über die ganze Insel erstreckt. Genau so stelle ich mir den Jakobsweg vor. Eine Route inmitten der Dünen, an manchen Stellen durch Holzpfähle abgesteckt, teilweise auch steinig, aber immer mit einem traumhaften Blick auf das Meer.

Sternenklare Nächte

In den wolkenfreien Nächten auf Quiberon bot sich ein unfassbar klarer Blick auf den Sternenhimmel. Sie zu zählen wäre unmöglich gewesen. Keine große Stadt in der Nähe, die durch ihre vielen Lichter das Strahlen der Sterne mindern konnte. Auch der Mond war so deutlich zu sehen. Er beleuchtete den Himmel wie eine riesig große Lampe.

Die Surfspots der Halbinsel

Wir besuchten zwei Surfspots auf Quiberon: Am ersten Tag „Port Bara“. Die Wellen an diesem Spot brechen aufgrund des Sanduntergrundes extrem „steep“, also sehr steil. Und auch, wenn sie nicht sehr groß waren, formten sie sich zu einer Barrel („hohle Welle“). Man musste extrem schnell aufspringen, um nicht von ihr verschlungen zu werden. Was bedeutet, dass es sehr schwer war, jene Wellen unter diesen Umständen zu surfen. Außerdem brachen sie dann so schnell auf kompletter Breite, dass man leider ohnehin nicht viel davon gehabt hätte.

Blick auf den Surfspot „Port Bara“

Weiter rechts von diesem Spot war ein weiterer Punkt, bei dem die Wellen auch brachen. Dieser erschien uns aber ein sogenannter „Local-Spot“ zu sein. Also ein Spot, bei dem nur die lokalen Bewohner surfen gehen. An manchen Orten ist dieser „Localism“ wirklich so enorm, dass man beschimpft wird, sobald man ins Wasser geht. Es herrscht einfach eine enorme Aggression im Wasser. Ich habe sogar schon davon gehört, dass Autos von Leuten zerkratzt wurden, nur weil sie an solchen „Local-Spots“ surfen waren. Die Einheimischen sehen diesen Ort im Wasser, als würde er ihnen gehören. Als hätten nur sie Anrecht darauf, dort zu surfen. Als würden die Wellen ihnen gehören und niemand anderem. Natürlich sollte man Respekt vor dem Locals haben und sich angemessen verhalten aber irgendwo geht es eben einfach zuweit.

Localism zum Glück kein Problem

Glücklicherweise war es hier anders. Es surften zwar nur Locals, aber man wurde nicht beschimpft sondern freundlich begrüßt und respektiert. Mir brachen die Wellen dort jedoch trotzdem zu schnell und so ging ich hinaus, sonnte mich und schrieb am Strand weiter an meinem Blog.

Am nächsten Tag wanderten wir zuerst den „Camino ähnlichen“ Wanderweg entlang der Küste und sahen, dass die Wellen an dem anderen Surfspot gar nicht schlecht waren. So drehten wir um, packten unsere Sachen zusammen und fuhren an den nächsten Spot „Port Blanc“.

Eindrücke von unserer Wanderung
Der Surfspot „Port Blanc“

Abendlicher Blick auf den Surfspot „Port Blanc“

Doch als wir dort ankamen hatten sich die Wellen verändert. Sie waren viel kleiner geworden und hatten kaum noch Schub. Dementsprechend enttäuschend war diese Surf-Session. Aber immerhin war es ein Paddel- und Aufstehtraining, ohne großen Kampf gegen die Wellen. Diese waren nämlich wirklich leicht zu händeln. Außerdem fühlt man sich, nachdem man aus dem Wasser kommt eigentlich immer gut. Man merkt, dass der ganze Körper in Action war. Die Muskeln glühen innerlich regelrecht und verschaffen einem ein zufriedenes Gefühl.

Unser Outdoor-Dusch-Konzept

Während der stärker werdende Wind uns aus unserem Nickerchen am Strand erweckte, spürten wir beide ein Loch in unserem Bauch. Wir hatten riesigen Hunger und machten uns auch direkt auf den Weg zurück zu Hugo. Dort angekommen duschten wir das Salzwasser von unseren Körpern. Unsere Outdoordusche hat uns schon gute Dienste geleistet. Wir legen sie bei schönem Wetter auf das Dach, sodass die Sonne das Wasser erwärmen kann. Sollte das Wasser in dem Duschbeutel mal nicht warm genug sein, wird einfach etwas Wasser auf dem Herd erhitzt und hinein gegeben. Für die gewisse Privatsphäre sorgt ein Duschzelt, dass wir um die Dusche herum aufbauen (wenn genug Platz dafür ist). Ansonsten funktioniert es auch im Bikini bzw. in der Badehose zu duschen. So kann man – wie an diesem Ort – sogar den Blick auf das Meer genießen! Und fertig ist das Outdoor-Duscherlebnis.

Kleine Dinge schätzen lernen

Dieses „frisch-geduscht-Gefühl“ lernt man auf so einer Reise erst richtig zu schätzen. Eine sonst so total normale, alltägliche Sache erhält plötzlich einen so großen Wert. Zuhause geht man einfach ins Bad, stellt sich unter die Dusche. Fließendes Wasser? Hä – na klar? Es darf ein bisschen wärmer sein? Ja natürlich, gerne – bitte einfach den Duschknopf ein bisschen weiter nach rechts drehen.
Doch für uns ist das aktuell ein bisschen anders. Um richtigen Wasserdruck auf die Outdoordusche zu bekommen ist Teamarbeit gefragt, aber das macht das Duschen zu einer witzigen und abenteuerlichen Sache.

Aber das Gefühl nach einer warmen Dusche toppt natürlich nochmal alles! Danach fühlt man sich wie neu geboren. Diese gönnen wir uns gelegentlich auch auf einer der vielen Campingplätze entlang unserer Route.

Alltägliche Dinge, die einfach total selbstverständlich sind, erhalten plötzlich einen viel größeren Wert. Wir gehen viel sorgfältiger mit unserem verfügbaren Wasser um. Denn das kommt schließlich nicht einfach so aus der Leitung, das müssen wir immer wieder auffüllen. Und dann heißt es zuerst einmal: Wasserstellen ausfindig machen. Das ist in Frankreich aktuell wirklich noch übrhaupt kein Problem! Hier gibt es enorm viele kostenlose Stationen, in denen man sein Grau- und Schwarzwasser loswerden und neues Frischwasser tanken kann. Sogar Supermarktketten wie Intermarché bieten solche Stationen an. (Das sicherlich nicht ganz ohne Hintergedanken; so kann davon ausgegangen werden, dass man direkt den Großeinkauf dort durchführt.)

Typisch französisch: Moulles et frites mit Blick aufs Meer

Nachdem wir uns geduscht hatten und in frische Kleidung geschlüpft waren, machten wir uns mit dem Roller auf die Suche nach einem schönen Restaurant. Entlang der Küstenstraße fiel unser Blick auf das Restaurant „Bar Le Vivier“ an der Spitze einer kleinen Landzunge. Die Sonne ging langsam unter und von dort aus hatten wir einen tollen Blick darauf, wie das Meer sie verschluckte. Der Himmel sah aus wie gemalt. Wir saßen auf der Terrasse und bestellten ein typisch französisches Gericht: Moulles et Frites. Die Muscheln werden hier in einem Weißwein-Gemüsesud zusammen mit Petersilie und Zwiebeln gekocht und in einer großen Schale serviert. Dazu gibt es Pommes. Und gerne ein Glas Weißwein, wie das Bild zeigt. Bon Appétit!

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